Österreichs bestes Radgeschäft – was Kundenservice erstklassig macht

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Rennräder kann man in vielen Geschäften kaufen – im Baumarkt, im Fachmarkt, im Versandhandel, im Internet … oder bei einem ehemaligen Radrennprofi, der 2008 Dritter der Tour de France wurde und die Bergwertung gewann. Nur 4 Monate später wurden alle seine Ergebnisse wegen Dopings annulliert. Der Österreicher Bernhard Kohl war eines der größten Talente des Radsports bis er im jungen Alter von 27 Jahren seinen Rücktritt verkündete, reinen Tisch machte und sich entschied, fortan im Einzelhandel Räder an Kunden zu verkaufen, die seine Leidenschaft für das Radfahren teilen.

Mit dem Radfahren ist es wie mit allen Hobbys. Man kann sich ein x-beliebiges Rad ohne große Recherche kaufen und einfach losfahren. Gesund ist das auf jeden Fall, gilt Radfahren ohnehin als eine optimale Breitensportart, da sie gelenkschonend ist, die Sauerstoffkapazität der Lunge trainiert und bis ins hohe Alter ohne Bedenken ausgeübt werden kann. Damit Radfahren zur Leidenschaft wird, braucht es dann doch etwas mehr Faszination für die Geschwindigkeit, die richtige Trittfrequenz, das optimale Training und vor allem das erforderliche Equipment.

Womit wir wieder bei GAS, dem „Gear Acquiring Syndrome“ wären (siehe auch den Artikel Das „hohe C“ im Multichannel-Retailing). Wer beginnt, sich mit dem Produkt Rennrad intensiver auseinanderzusetzen, ist nach kurzer Zeit fasziniert, welche Edelstücke man tagtäglich auf unseren Straßen beobachten kann, die durchaus den Wert eines einfachen Kleinwagens haben. In den letzten Jahren sind zahlreiche Edelschmieden entstanden, die den Wunsch nach GAS nur zu gut befriedigen.

Der Vertrieb dieser edlen Sportgeräte ist dabei mitnichten auf luxuriöse Edelboutiquen konzentriert, sondern zeigt die Vielfalt des modernen Einzelhandels. Gerade die Internet-Versender sind zu einer bedeutenden Adresse für teure Räder geworden. Sie können durch ihre geringen Vertriebskosten Komponenten an die Rahmen schrauben, die deutlich höherwertiger ausfallen, als bei einem Rad aus dem stationären Handel. Und die Komponenten eines Rades sind es, die jedes Rennradfahrer-Herz höher schlagen lassen. Da wird um jedes Gramm gefeilscht: Top-Rennräder wiegen heute um 6,5 kg, wovon der Rahmen gerade einmal 1000g ausmacht. Es gilt: je leichter desto teurer, mit einer nach oben offenen Skala.

Und trotzdem bleibt der stationäre Handel für viele Kunden das Maß aller Dinge. Vor allem wenn man es so macht, wie unser gefallener Tour de France-Held. Sein Radgeschäft liegt an einer der großen Ausfallstraßen im Süden von Wien: Triester Straße heißt sie und weist die Richtung in die ehemalige K+K-Stadt an der Adria. Eine wenig noble Adresse, aber ausreichend Parkplätze vor der Tür, mehr als 3000 m2 Verkaufsfläche und vor allem: auf dem Eingangsportal steht der Namen eines ehemaligen Radrennfahrers.

Was auffällt, wenn man den Laden betritt, ist der hochwertige Textilboden, eine angenehm luftige Präsentation, edle Warenträger, Spotlights auf die Edelrenner und Personal, das man sofort an der einheitlichen Kleidung erkennt und das in erstaunlich hoher Anzahl vorhanden ist. Richtig stimmig wird es, wenn man sich in die Tiefen eines Beratungsgesprächs begibt. Hier wird natürlich gefachsimpelt. Es fällt aber angenehm auf, dass die Verkäufer nicht davon ausgehen, man wolle demnächst die Tour de France bestreiten. Man nimmt sich Zeit um zu verstehen, was der Kunde wirklich will.

Wie in meinem ganz persönlichen Fall: ich wollte unbedingt eine bergtaugliche Übersetzung für mein Rennrad, was eigentlich bedeutet, dass meine Kraft-Ausdauer-Leistung mit den üblichen Übersetzungen etwas überfordert ist. Zusätzlich wollte ich meinem Rennrad, besser mir selber, etwas mehr Komfort angedeihen lassen. So ein Rennrad ist ja von Natur aus nicht gerade bequem, aber man kann schon einiges tun, damit man auch 100 km und mehr ohne größere Schmerzen übersteht.

Um Geld zu sparen, hatte ich mir bereits eine 3fach-Kurbel im Internet gekauft und wollte nun für die fachgerechte Montage sorgen. Am Ende des Verkaufsgesprächs wusste ich, dass mich dieses Vorhaben den Wert eines einfachen Fahrrades kosten würde, alleine durch den erforderlichen Austausch mehrerer Komponenten. Die alternative Lösung war frappierend einfach und deutlich günstiger. Dazu wurde mir empfohlen, eine genaue Vermessung meiner Biometrie für die richtige Radeinstellung zu machen, um daraus weitere Tuning-Möglichkeiten abzuleiten. Ich war begeistert und fahre ab sofort gerne 20 km zu diesem Geschäft. Vor allem ist mir wieder klar geworden: ich will in erster Linie Leistung und für mein Geld einen entsprechenden Mehrwert bekommen.

Bei nächster Gelegenheit möchte ich einen weiteren emotionalen Mehrwert nutzen: jeden Dienstag gibt es eine Radausfahrt mit Bernhard, um Tipps und Tricks eines echten Profis zu erfahren. In der Gruppe wird ein Tempo für Normalsterbliche gefahren, und wenn mich die Leidenschaft richtig gepackt hat, dann werde ich vielleicht auch noch Mitglied des Bernhard Kohl-Teams, mit eigenem Renndress zu einem unschlagbaren Vorteilspreis.

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Kategorien: Intrapreneurship

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