High Touch Retailing in Berlin: Einladen, Inspirieren, Erreichen

Während der TReE-Retail Tour in Berlin überzeugten uns vor allem die Konzepte, die uns nicht vor Ehrfurcht erstarren ließen. Das schafften die Läden, die ganz natürlich und schnell eine Verbindung zu uns zu herstellten. Da fühlten wir uns eingeladen, es gab keine Hürden für den Eintritt und es fühlte sich gar nicht nach „Kunde trifft auf Verkäufer“ an. Wir wurden inspiriert, mal durch ein überzeugendes und kompetentes Sortiment, mal durch anregende Events, mal durch ein überzeugendes Konzept. Begeisterte Verkäufer und großes Ideenreichtum bei der Präsentation ließen uns eintauchen und schafften ein Gesamtbild.

Hier sind 3 Retail-Beispiele, die aus unserer Sicht alle 3 Faktoren wunderbar miteinander verknüpfen:

Modulor

Wann haben Sie zum letzten Mal Material zum Basteln gekauft? Kleine Styroporkugeln, Kleber, Drähte, Stoffe… Ein bisschen altbacken, oder? Trotzdem empfehlen wir Modulor in Kreuzberg, früher die Bechstein Klavierfabrik – eigentlich ein Concept-Store für Architekten, Designer, Menschen, die beruflich gestalten. Aber auch Otto-Normal-Designer wird hier inspiriert. Hier gibt es alles, was man so zum Basteln und Modellieren braucht. Modulor macht Lust aufs Kreieren und Selbermachen.

Auf 80 % der ca. 6.000 m² wird Ware präsentiert, die man einfach anschauen und auch anfassen möchte. Es sieht fast aus wie ein Fachmarkt, es gibt wenig Verkaufspersonal, aber das braucht es auch nicht – man fühlt sich sofort als Insider. Auf den verbleibenden 20 % der Fläche wird produziert. Es gibt ein Nähstudio und ein Mosaiklabor, in dem Kurse angeboten werden. In einer Lautsprecherecke werden selbstproduzierte Boxen präsentiert und verkauft. Und selbstproduziert heißt dort, im Laden gegossen in der Farbe und Ausstattung, die sich der Kunde wünscht. Ganz direkt, ganz vertikal und ganz persönlich. Hier erlebt man High Touch nicht durch intensive Beratung, sondern durch Präsentation, Sortiment und Geschäftsmodell. Basteln kommt einem plötzlich gar nicht mehr altbacken vor, sondern sehr kreativ und „en vogue“.

Ritter Sport

Ein Teil Kindheitstraum ist schon dabei – ein Schlaraffenland – Schokolade ohne Ende. Im Ritter-Sport-Store auf der Französischen Straße lässt man die ganzen Chocolatiers hinter sich. 100 g – quadratisch – praktisch – gut. Man kann seine eigene Schokolade kreieren oder auch nur einfach im Restaurant gute Sachen aus Schokolade verspeisen. Ein Spiel mit Tradition und moderner Weiterentwicklung. Bunt und sympathisch – man ist wieder ein bisschen Kind und fühlt sich zuhause.  Das Personal ist auch nach großem Kundenandrang am späten Abend noch super freundlich und authentisch. Liest man das kleine Buch zur 100-jährigen Geschichte, das überall ausliegt, findet man die vielen Aktivitäten, die das Unternehmen für Mitarbeiter, für die Umwelt und für die soziale Verantwortung unternimmt. Schokolade fühlt sich schon richtig gesund an – ehrlich – ohne Schnickschnack.

Kochhaus

Was kochen wir denn heute Abend? Da stehen gefühlte 20 Kochbücher im Schrank und nach 30 Minuten-Lektüre findet man endlich ein Rezept und stellt fest, dass man in mindestens 3 Läden muss, um alles einzukaufen. Tja, und man muss natürlich für eine Prise Chilipulver eine ganze Tüte kaufen. Also doch zum Italiener?! Das Kochhaus hat die Antwort. Wenn Sie das Geschäft betreten, tauchen Sie in ein Kochbuch ein. Überall im Geschäft liegen Rezepte aus und dazu liegen die exakten Zutaten, die Sie pro Person benötigen. Was sich zunächst nach 100 % Convenience anhört, ist tatsächlich viel mehr. Es ist die Einladung zum gemeinsamen Kochen und es ist einfach. Die Rezepte sind einfallsreich und anhand der bebilderten Anleitung gut nach zu kochen. Darüber hinaus gibt es noch den passenden Wein oder das richtige Ibiza-Meersalz. Wenn Sie den Laden verlassen, haben Sie nicht nur Lebensmittel gekauft – Ihr Kocherlebnis, Ihr Abend hat bereits begonnen.

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Kategorien: Strategie, Vertrieb

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