Changemanagement Werkzeuge: Workshop-Feedback

„Wie war es denn, Liebling?“

Huber hat schlechte Laune; den Samstag durfte er im Workshop verbringen.

„Wie war es denn, Liebling?“, fragt seine Frau. „Ganz okay.“ Eigentlich hatte er gehofft, das Thema abgeschlossen zu haben, und in zehn Minuten ist Sportschau, bis dahin muss dieser Dialog zu Ende sein. Also überwindet er sich zum Gespräch. Sie hatten zum Change-Projekt getagt, das sie nächste Woche starten wollen, und hatten überlegt, wie das gehen soll. Aber wie kann er das in zwei Sätzen erklären?

Huber grübelt und sie schmunzelt: „Na, das scheint ja echt wertvoll gewesen zu sein, wenn du noch am Abend Schwierigkeiten hast zu erklären, was ihr gemacht habt.“ Doch, denkt Huber, es war gut, und beschreibt, wie sie das Thema definiert und das Ergebnis erarbeitet hatten. „Und, was ist dabei herausgekommen?“, fragt seine Frau. Huber läuft allmählich warm: „Wir haben festgestellt, dass wir noch kein ‚Team‘ sind, eher ein ‚Haufen‘, der am gleichen Thema arbeitet.“ Er macht eine kurze Pause.

„Aber wir haben auch herausgefunden, dass uns zum Team nicht so viel fehlt. Mir ist klar geworden, wo ich stehe und was meine persönlichen Hürden sind, das Team mit aufzubauen. Ich habe die Positionen der anderen besser verstanden und womit die kämpfen.“ Huber ist jetzt wieder mitten im Workshop und berichtet von den offenen Diskussionen, von den Ecken und Kanten seiner Kollegen, von Höhen und Tiefen im Workshop.

„Wie geht es denn jetzt weiter?“ Schon wieder so eine Frage. Natürlich hatten sie Maßnahmen aufgeschrieben und Verantwortlichkeiten verteilt. Wie in jedem Workshop – aber wie geht es denn jetzt weiter? Huber kommt zu dem Schluss, dass er da noch mal nachhaken muss, fünf Minuten vor der Sportschau ist er mit diesem Punkt nicht mehr wirklich zufrieden. Es erscheint ihm technisch okay, aber ohne wirkliches Herzblut. Er nimmt sich vor, die Maßnahmen noch einmal genau anzuschauen und Müller und Hach direkt am Montagmittag noch einmal zusammenzurufen, um das zu diskutieren.

„Und, glaubst du dran?“, lässt seine Frau nicht locker. Er überlegt und fängt an zu lachen: „Ja, Schatz, aber erst, nachdem du mir jetzt diese Fragen gestellt hast. Vorher war es okay, aber jetzt weiß ich, was Montag noch zur Nachbesserung fehlt, und ich stelle Montag genau die gleichen Fragen an Müller und Hach. Sag noch mal, wie waren deine vier Fragen?“ Huber nimmt sich vor, jetzt nach jedem Workshop diese vier Fragen zu stellen – und zwar an sich und seine Kollegen. Er schaltet den Fernseher ein und sieht, wie Ulli Hoeneß zur Niederlage seines Teams interviewt wird: „Herr Hoeneß, wie geht es denn jetzt weiter?“

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Kategorien: Intrapreneurship, Veränderungs-Mngnt

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