Intervention ist Intrapreneurs Liebling

Schon mal mit guten Vorschlägen zu einem neuen Filialkonzept an alten Grundsatzpositionen im Vorstand gescheitert? Da kann dieser Blogeintrag nicht helfen, wirklich nicht! Klicken Sie zurück. Wenn Sie immer noch da sind, haben Sie entweder noch nie ein neues Filialkonzept machen wollen – oder Sie sind einer „paradoxen Intervention“ aufgesessen.

Interventionen sind Aktionen, die Menschen unternehmen, wenn sie Außerordentliches bewegen wollen. Ein CFO interveniert, wenn er zu den Umsatzeinbrüchen im September einen Kostenappell verschickt – offensichtliche Intervention. Ein CEO beeinflusst die Mitarbeiter (mindestens indirekt), wenn er in den Medien die neue Strategie für mehr Kundenservice erläutert.

Für Intrapreneure gehört die Intervention zum häufigsten Management-Werkzeug – ob Mail, ob Workshop, ob 1:1-Dialog. Und was macht, wer von unten nach oben intervenieren möchte? Eine Powerpoint-Präsentation. Die Präsentation ist sehr wirksam, wenn man nur 30 Minuten hat und es nicht mit 50 Charts versucht (oder mit einem neuen Filialkonzept). Intervention ist Intrapreneurs Liebling Momentum zu gewinnen, nur manchmal kommt man damit eben nicht weiter, und dann bringt vielleicht nur noch eine paradoxe Intervention die erhoffte Dynamik.

Eigentlich sollten Sie diese Zeilen nicht lesen, denn sie sind für Sie gestrichen worden. Aber warum tun Sie es trotzdem? Und mehr noch: Warum werden Sie sich an diese Zeilen in 5 Minuten besser erinnern als an die meisten anderen Zeilen dieses Blogs? Ich kommuniziere mit Ihnen abseits des Erwarteten und bekomme Ihre Aufmerksamkeit für die Botschaft. Solche und andere paradoxe Interventionen hat Dr. Christian Ankonwitsch in seinem Buch „Mach´s falsch, und du machst es richtig“ gesammelt; und zeigt ihre Wirkung. Eine nachdenkliche, unterhaltende Analyse mit Studienergebnissen („Wo Marken-Claims das Gegenteil von der Botschaft bewirken“), mit uns vertrauten Alltagssituationen („Frisch gestrichen, nicht berühren“) oder Geschichten, die das Leben schrieb („Wie es kommt, dass Schnurrbartprämien die Autorität der Polizei stärken“).

Als Intrapreneur werden Sie nichts Neues lernen, das Buch kann man nicht als Weihnachtsgeschenk empfehlen, denn wenn der Autor bei Amazon die erste Rezension seines Buches gleich selbst schreibt und sich nur 4 von 5 Sternen gibt, das sagt alles. Wie war doch gleich der letzte Satz seines Buches: „Ach ja, eines noch: Erwähnen Sie niemandem gegenüber dieses Buch!“ Was ich hiermit getan habe. Bleiben Sie bei Ihren klassischen Interventionen. Es sei denn, Sie machen Filialkonzepte.

Guido Schild

P.S.: Ach übrigens, wenn Sie es mit Filialkonzept noch mal neu versuchen wollen, wie wäre folgender Einstieg: „Stoppt die Innovation! Unsere Filialen sind der Alterspyramide der Gesellschaft um Jahre voraus!“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/worstseller-2006-der-gammelbuchskandal-1385455.html

http://www.smuda-berlin.de/medien-und-meinungen/berliner-zeitung/

http://www.youtube.com/watch?v=0vtHwWReGU0 

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/film-nemo-loest-ansturm-auf-tropenfische-aus-198941.html

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Kategorien: Intrapreneurship

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