Was kommt nach China?

Quo Vadis, Beschaffung? Ein Thema, viele Meinungen, aber die Fakten zeigen unterschiedliche Perspektiven:

Die Managementperspektive

  • „China hat bei fast allen Warengruppen die größte Produktkompetenz …“
  • „Es gibt wenig Alternativen zur China-Beschaffung. Das Volumen übersteigt die Kapazitäten der übrigen Beschaffungsländer bei weitem …“
  • „China hat sich strategisch Märkte für Bekleidung und Konsumgüter aufgebaut und casht jetzt aus …“
  • „In wenigen Jahren werden in China die Arbeitskräfte für einfache Produktion knapp …“
  • „Der Anteil Chinas an unserer Beschaffung ist zu groß, wir müssen die Abhängigkeit reduzieren …“

(Quelle: Einkaufs-Manager der 1. & 2. Ebene in den TReE-Sourcing-Roundtablegesprächen, Mai 2011)

Die Fakten der Importströme

  • China ist Nr. -1-Lieferant der EU, hat in 2010 8,2 Mrd. textile Teile und Schuhe geliefert. Die Länder Nr. 2 bis 10 (Bangladesch, Indien, Indonesien, Marokko, Pakistan, Polen, Rumänien, Türkei und Tunesien) kommen auf 7,6 Mrd. Teile.
  • Chinas Exporte in die EU stiegen von 2004 bis 2010 um 160%, der Anteil Chinas wuchs auf 40%, hat sich in sechs Jahren mehr als verdoppelt. Der Stückpreis chinesischer Importe stieg seit 2004 um lediglich 2%.
  • China ist 2010 bei 95% der textilen Warengruppen der größte Lieferant für die EU. Noch vor sechs Jahren war China nur bei 40% die Nummer Eins.
  • Kein Einzelbeispiel: „Denim“ 2004 mit 30 Mio. Euro in der Statistik der Lieferländer nur an Nummer 14. Sechs Jahre später ist China mit über einer Milliarde Euro „European Champion“.

(Quelle: Eurostat, Extra-EU-Einfuhren (EU – 15) von Bekleidung und Schuhen)

Die andere Perspektive der Importdaten

  • Es gibt weitere 63 Länder mit mindestens 10 Mio. Euro Einfuhrwert, denen Abnehmer in der EU vertrauen. 43 Mrd. Euro textile Importe kommen nicht aus China.
  • Neun Beschaffungsländer, mit jeweils über 150 Mio. Euro Import, sind wie China seit 2004 deutlich zweistellig gewachsen : Albanien, Indien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Bangladesch, Moldawien, Sri Lanka, Kambodscha, Ägypten.
  • 20 Beschaffungsmärkte der EU hatten 2010 ein zweistelliges Wachstum bei T-Shirts.
  • Vietnam ist bei Hosen 2010 doppelt so stark gewachsen wie China – bei vergleichbarem Durchschnittspreis. Bangladesch, Indien, Indonesien, Kambodscha und Thailand haben bei Pullovern niedrigere Importpreise pro Stück als China – alle sind unter den „Top 10-Ländern“.
  • Schon vor der „Revolution der Jugend“ exportierten Ägypten, Marokko, Syrien und Tunesien Ware im Wert von 4,75 Mrd. Euro in die EU.
  • China ist nur bei 20% der Warengruppen „das billigste“ Einfuhrland der EU.

(Quelle: Eurostat, Extra-EU-Einfuhren (EU – 15) von Bekleidung und Schuhen)

Oliver Schlömann ist Unternehmensentwickler bei Team Retail Excellence. In Sourcing-Projekten tritt er für die Ausgewogenheit eines Länder-Portfolios ein.

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Kategorien: Einkauf, Intrapreneurship

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